der Max

»Ich habe einfach mein Leben zum Beruf gemacht«, sagt Max Schradin, wenn man ihn fragt wie und warum er Fernsehmoderator wurde: »Ich bin dabei einfach ich selbst«, sagt er: »Und außerdem glaube ich, dass der Beruf mir sehr liegt.« Klare Worte, und ebenso zielstrebig hat der am 12. April 1978 in Frankfurt am Main geborene Max den Weg zu seinem Traumberuf dann auch zurückgelegt. Auch wenn es in seiner Familie, Ärzte allesamt, anfangs durchaus Vorbehalte gegen seine beruflichen Pläne gab. Doch Max sagt: »Ich war immer davon Überzeugt, dass ich es richtig mache.« Und er setzte sich durch. Der blonde Hesse absolvierte 1999 nach bestandenem Fachabitur (Schwerpunkt Wirtschaft) gerade seinen Zivildienst in einem Altersheim, als er sich beim Fernsehsender Pro Sieben erfolgreich um ein zweimonatiges Praktikum in der Redaktion von Nachmittagstalkerin Arabella Kiesbauer bewarb. Max Schradin konnte seinen Zivildienst für die Praktikumsdauer unterbrechen.

»Dort habe ich Blut geleckt, sagt der blonde Max, der als Wohnort das beschauliche Oberursel (Hessen) einer aufgeregten Großstadt vorzieht. Jedoch nicht die Arbeit als Redakteur war es, die ihm so gut gefiel, Max begeisterte sich vielmehr für das Warm-up vor der Show. »Ich fand das cool. Ich konnte dort meine Spontaneität ausleben und meine Freude am Umgang mit Menschen. Leider haben sie mich damals bei Pro Sieben nicht übernommen.« Das Aus für seine TV-Pläne bedeutete die Absage dennoch nicht. Im Jahr 2000 bewarb sich Max für ein Schauspielstudium an der Internationalen Michael-Tschechow-Schule in München (ursprünglich wollte er einmal BWL studieren), wo er Unterricht u. a. in Bühnenkampf, -bewegung, Clownerie und Sprecherziehung bekam. »Ich wollte Schauspieler werden«, sagt Max Schradin, der seine freie Zeit gerne dem Surfen, dem Fußballspielen und seinen Freunden widmet: »Aber als ich einmal einen Stuhl spielen musste und A's und O's tanzen, wusste ich: Das geht nicht.«

Vergebens sind die zweieinhalb Jahre künstlerischen Unterrichts seiner Meinung nach dennoch nicht gewesen: »Ich habe viele Dinge gelernt, die für die Moderation sehr nützlich sind. Vorne stehen, tough sein, das hilf mir heute sehr.« Und außerdem hatte der 1,92 Meter große Max Schradin auch weiterhin Erfahrung als Warm-Upper sammeln können. Um die Gebühren für sein Schauspielstudium zu finanzieren, arbeitete er als Publikums-Anheizer bei »Arabella«, »Clip-Mix«, »Nicole« und diversen anderen Formaten, sowie als Moderator auf Messen (CeBit, Ispo) und bei Galas - insgesamt drei Jahre lang. 2002 steigt Max Schradin in die Münchener »Stage Academy« eines Bekannten ein, eine Agentur für Casting, Coaching und Booking, die große Events wie den Münchner »Star Cup« veranstaltet, ein Benefiz-Fußball-Turnier (Unicef) auf dem Trainingsgelände des Bundesligisten TSV 1860 München.

Ein Jahr später, im April 2003, schaffte der vielseitige Medienmensch den Sprung vor die Kamera. sonnenklar TV, der Reiseverkaufssender aus Ludwigsburg, suchte Moderatoren. Max bewarb sich und wurde unter hundert Mitbewerbern gecastet. Die Arbeit bei sonnenklar TV erwies sich letztlich als ein einjähriges Intermezzo – allerdings wurde der Sender für Max zum Sprungbrett zu 9Live, Deutschlands 1.Quizsender. »Für mich war das der Wechsel zum FC Bayern«, bemüht der Moderator einen Vergleich aus der Welt des Fußballs. Soll heißen: »Ich fühle mich sehr, sehr wohl bei 9Live. Ich finde gut, dass man sehr geringe Vorgaben hat. Ich muss mich nicht verstellen. Man lebt einfach das Leben vor der Kamera weiter.« Wohin ihn seine berufliche Laufbahn eines Tages führen soll, darüber mag sich der Harald-Schmidt-Begeisterte derzeit keine Gedanken machen: »Ich besitze da keinen Ehrgeiz. Ich lasse das alles auf mich zukommen. Wenn überhaupt, könnte ich mir eine Sendung vorstellen, die direkt auf mich zugeschnitten ist, in der Tradition von Pocher, Elton oder Raab. Aber ich muss nicht unbedingt eine Rampensau sein. Wenn's mir keinen Spaß macht, höre ich vielleicht sogar auf, wer weiß.«

Privat liebt es Max Schradin im Gegensatz zu den Aufregungen seines Berufs eher ruhig – obwohl man ihm das auf den ersten Blick kaum glauben mag: »Ich bin ein harmonischer Familienmensch, in meinem Beruf ist schon genug Party.« So leistete Max seit seinem neunten Lebensjahr Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatorts und ist dort erst seit einem Jahr wegen Zeitmangels nicht mehr aktiv. Er spielte sechs Jahre lang als Stürmer beim FC Oberursel (»Ich war ein Mischmasch aus Völler, Klinsmann und Bierhoff – ohne zu Übertreiben«) und freut sich, wenn seine kleinen Cousinen zu Besuch kommen. Kein Wunder, dass es Max, der Geige und Schlagzeug spielt und Englisch und Spanisch spricht, als seinen größten Traum bezeichnet, »eines Tages mit meiner Frau und zwei Kindern glücklich zu sein.« Seine Lebensziele Gesundheit und Zufriedenheit passen ebenso in dieses bodenständige private Bild des TV-Treibaufs.

Was Max Schradin sonst noch über sich verrät? Er liest gerne (sein Lieblingsbuch ist die Biografie des DDR-Regime-Kritikers Wolfgang Welsch »Ich war Staatsfeind Nummer 1«), hört gerne die Musik von Robbie Williams, bewundert Maximilian Schell, Heinz Rühmann und Tom Hanks und möchte in seinem Kühlschrank niemals auf Wurst und Fleisch verzichten. Max trinkt gerne Apfelsaftschorle und gibt als kulinarisches Erlebnis die sechs Pizzen an, die er einmal binnen einer Stunde verdrückt hat. Seinen Urlaub würde der Hobby-Surfer gerne einmal auf Hawaii verbringen, aber ebenso gerne auf dem Camping-Platz, weil dort seine Lieblings-TV-Serie spielt (»Die Camper«, RTL).

So stimmt angesichts der vielen Seiten des Max Schradin am Ende wohl, was der sympathische Moderator über sich selbst sagt: »Ich bin offen für alles. Und ich bin ein Typ, der sich schwer abstempeln lässt.«